Hatte das Universum einen Anfang und gibt es einen Schöpfer?
Ibn Taymiyyah über den Schöpfer, die Zeit und die älteste Frage der Philosophie
Woher kommt das Universum? Hatte es einen Anfang? Und was sagt uns seine Existenz über einen Schöpfer?
Diese Fragen gehören zu den ältesten und tiefsten Fragen der Menschheit. Philosophen, Theologen und Religionsgelehrte haben über Jahrhunderte darüber gestritten, ob die Welt einen Anfang besitzt, ob sie ewig sein könne und wie sich Schöpfung, Zeit und das Handeln des Schöpfers zueinander verhalten.
In „Hatte das Universum einen Anfang und gibt es einen Schöpfer?“ widmet sich Ibn Taymiyyah genau dieser fundamentalen Debatte.
Seine Abhandlung Masalat Huduth al-Alam behandelt die Entstehung der Welt und das fortdauernde Handeln Allahs und führt damit mitten hinein in grundlegende Fragen über Schöpfung, Zeit, Gotteserkenntnis und das Verhältnis von Vernunft und Offenbarung.
Eine der ältesten Fragen der Philosophie
Kann das Universum ohne Anfang existieren?
Die klassische Philosophie entwickelte weitreichende Argumente für die Anfangslosigkeit der Welt. Kalam-Theologen versuchten ihrerseits, die Existenz eines Schöpfers mit rationalen Beweisführungen über die Entstehung des Universums nachzuweisen.
Ibn Taymiyyah setzt sich mit beiden Seiten auseinander.
Er untersucht die Argumente der Philosophen, analysiert die Methoden der Kalam-Theologen und fragt, ob ihre jeweiligen Voraussetzungen tatsächlich zu den behaupteten Ergebnissen führen. Dabei behandelt er unter anderem Einwände gegen die Aussage, die Welt sei „aus dem Nichts“ erschaffen worden, sowie philosophische Argumente über Stoff, Möglichkeit, Ursache und die Anfangslosigkeit der Welt.
Vernunft, Offenbarung und der Nachweis des Schöpfers
Ein zentrales Anliegen des Werkes ist die Frage, wie der Schöpfer überhaupt erkannt und nachgewiesen werden kann.
Ibn Taymiyyah stellt der Methode bestimmter Philosophen und Kalam-Theologen die Beweisführung des Quran gegenüber. Dabei geht es nicht um eine einfache Ablehnung rationalen Denkens. Vielmehr untersucht er, welche Vernunftargumente tatsächlich tragfähig sind und wo philosophische Voraussetzungen zu Widersprüchen führen.
So entsteht eine anspruchsvolle Auseinandersetzung über das Verhältnis von Offenbarung und Vernunft – und über die Frage, ob zwischen authentischer Offenbarung und eindeutiger Vernunfterkenntnis überhaupt ein wirklicher Widerspruch bestehen kann.
Ibn Taymiyyah im Gespräch mit den großen Denkern seiner Zeit
Besonders spannend ist die Breite der philosophischen und theologischen Auseinandersetzung.
Ibn Taymiyyah beschäftigt sich ausführlich mit Argumenten und Positionen, die unter anderem mit Ibn Sina, Al-Ghazali, Ar-Razi und Asch-Schahrastani verbunden sind. Er zitiert, analysiert, kommentiert und widerspricht – und entwickelt dabei seine eigene Kritik an der philosophischen Lehre von der Anfangslosigkeit der Welt ebenso wie an bestimmten Methoden ihrer theologischen Gegner.
Der Leser erhält dadurch nicht nur Einblick in Ibn Taymiyyahs Denken, sondern zugleich in eine der großen intellektuellen Debatten der islamischen Geistesgeschichte.
Eine große Frage, die den Menschen bis heute beschäftigt
Was war am Anfang?
Kann eine Welt ohne Anfang gedacht werden?
Wie lässt sich die Existenz eines Schöpfers erkennen?
Und welche Rolle spielen dabei Vernunft und Offenbarung?
„Hatte das Universum einen Anfang und gibt es einen Schöpfer?“ führt den Leser mitten hinein in eine der größten Debatten der islamischen Theologie und Philosophie.
Ein anspruchsvolles Werk für Leser, die nicht bei einfachen Antworten stehen bleiben möchten, sondern nachvollziehen wollen, wie Ibn Taymiyyah über Schöpfung, Zeit, Vernunft und den Schöpfer argumentiert – und wie er sich mit einigen der einflussreichsten philosophischen und theologischen Positionen seiner Zeit auseinandersetzt.
Autor: Ibn Taymiyyah
Originaltitel: Masalat Huduth al-Alam
Ausgabe: Vollständige wissenschaftliche Ausgabe
Verlag: Ilm Verlag
ISBN: 978-3-98686-133-9